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Kneipp Kräutergarten Fuschl am See

Von Sophie Brandstätter, TEH-Praktikerin und FNL-Kräuterexpertin, Fuschl am See

Der Kneipp-Kräutergarten Fuschl am See liegt am Wanderweg vom Fuschler Ortszentrum zur Ruming-Mühle, einer ehemaligen Mühle, die jetzt als „Schaumühle“ und Jausenstation genützt wird. Auf halber Strecke befindet sich auch die Kneippanlage.

In den zahlreichen Kräuterbeeten des Kneipp-Kräutergartens gibt es rund 150 ausgewählte Pflanzen zu sehen. Die Beete wurden mit viel Hingabe im Jahr 2002 von Hermine Wesenauer angelegt, einer Fuschlerin mit viel Herz und Liebe für Kräuter und Pflanzen. Sie hat sich mit Ende der Kräutersaison 2015 altersbedingt zurückgezogen. Die Betreuung der Anlage liegt seit diesem Jahr bei Sophie Brandstätter, der Autorin dieses Artikels. Der Kräutergarten lädt die Besucher zum Verweilen ein und bietet entspannende Stunden.

In diesem Jahr wird der Kräutergarten am 13. Mai geöffnet. Jeden Dienstag und Freitag von 14.00 – 17.00 Uhr werden bis Ende September Führungen durch den Kräutergarten angeboten. Dabei gibt es viel Wissenswertes über die Kraft der Heilpflanzen zu erzählen. Die Heilpflanzenkunde zählt ja zu den ältesten Heilmethoden.

Eine der fünf Säulen, die Pfarrer Sebastian Kneipp (1821 – 1897) angewandt hat, waren die Kräuter. Es heißt ja, dass für jede Krankheit mindestens ein Kraut gewachsen ist. In der Naturheillehre von Pfarrer Kneipp haben neben den Säulen Wasser, Bewegung, Ernährung und Lebensordnung die Heilkräuter eine große Bedeutung. Pfarrer Kneipp erkrankte im Alter von 25 Jahren an Tuberkulose und verordnete sich selbst Bäder in der eiskalten Donau. Er hat im 19. Jahrhundert das Kräuterwissen erneut studiert und auch praktiziert. Erst im hohen Alter wurde die von ihm entwickelte Therapie anerkannt, heutzutage liegt sie voll im Trend. Pfarrer Kneipp sagte über Heilpflanzen: 

„Je länger ich mich mit den Kranken abgebe, um so klarer wird mir, dass Gott, der Schöpfer aller Dinge, uns die halbe Apotheke im Wasser und die andere Hälfte in den Kräutern bestimmt hat.“

Die Brennnessel lag ihm zur Entwässerung besonders am Herzen. Eine Kur von zwei bis drei Wochen im Frühjahr vertreibt Müdigkeit, reinigt das Blut, regt die Blase und Nieren an, fördert die Tätigkeit des Magens, des Darms und der Bauchspeicheldrüse. Die Brennnessel ist eine der wichtigsten Eisenpflanzen!

Die Birke wirkt auf den gesamten Organismus wunderbar entgiftend, die Organe werden sehr gut durchgespült. Die Blätter pflückt man, wenn sie noch zart sind. Bei Völlegefühl empfiehlt Pfarrer Kneipp Rosmarinwein: In einen Liter Rotwein ca. 20 g Rosmarin geben, vier Tage ziehen lassen und abseihen. Der Rosmarin wirkt auf Magen und Darm entkrampfend.

Wacholder ist stark desinfizierend. Die Beeren sind sehr wertvoll als Gewürz in schwer verdaulichen Speisen. Er ist zum Räuchern bei ansteckenden Krankheiten gut geeignet, wenn Bakterien oder Viren in der Luft sind. „Iss Kranawitt und Bibernell, dann stirbst du nicht so schnell.“

Die Baldrianwurzel ist ein gutes Nerventonikum. Baldrian ist stark beruhigend, aber nicht schlaffördernd. Er beruhigt die Nerven und das Gemüt. Er kann in Form von Tee, Tropfen oder Pastillen konsumiert werden.

Melisse ist eine „Einschleuserpflanze“ für Kalium. Zubereitet im Tee, ist Melisse ein Hilfsmittel bei Überarbeitung, Stress oder psychischen Problemen. Melisseneinreibungen werden bei rheumatischen Schmerzen eingesetzt. Dazu verwendet man die Tinktur oder den Klosterfrau Melissengeist. In Bädern wirkt Melisse entspannend.

Die Kamille ist, weil sie hoch antibiotisch wirk, sehr stark krampflösend und extrem entzündungshemmend. Kamille sollte man wirklich nur als Heilmittel-Tee trinken! Nicht zu verwenden ist Kamille bei Augenbeschwerden, da hilft besser Augentrost oder Fenchel.

Arnika ist leicht giftig! Arnika war ein Lieblingskraut von Pfarrer Kneipp. Nur die Blütenblätter (Zungenblüten) werden gesammelt, das ist für den Fortbestand wichtig. Die Pflanze hilft äußerlich in Umschlägen (Tinktur ca. 1:4) bei Sportverletzungen wie Prellungen, Quetschungen, Verrenkungen, Hexenschuss, Muskelkater und Blutergüssen.

Spitzwegerich ist ein natürliches Antibiotikum! Er hat viele antibakterielle Inhaltsstoffe und ist deshalb ein sehr gutes Husten- und Wundmittel. Innerlich wird er bei allen Lungen- und Bronchialerkrankungen als Tee oder Tropfen angewendet. Er hat bei häufigen Atemwegsinfekten, bei Heiserkeit und Asthma sehr gute vorbeugende Wirkung. Spitzwegerich stärkt durch Mineralstoffe auch die Haut. Er gehört zur Wegrandapotheke: Äußerlich als Erste-Hilfe-Blätter, die am Wegesrand auf ihre Anwendung warten. Der entzündungshemmende Saft aus zerdrückten Blättern lindert Insektenstiche.

Thymian ist auch ein Kinderkraut. Bei Erkältung kann man einem Säugling bereits ab einem halben Jahr einen leichten Tee verabreichen. Er wirkt bei Bronchitis, Reiz- und Keuchhusten. Thymian ist auch Bestandteil von Hustentropfen und Hustensäften und kann ebenfalls in Sprayform als „Ätherisches Thymianblütenöl“ angewendet werden.

Ein Holunderblütentee stärkt die Immunabwehr. Die Holunderbeeren sind sehr zuträglich für die Lunge (Holundersaft, Holunderröster).

Heilkräuter können wir auf verschiedenste Weise zu uns nehmen. Als Tee, Tinktur oder Salbe, aber auch als Bäder mit Kräuterzusätzen oder Wickel und Dampfbäder sowie in Sprühform als „Ätherisches Sprühöl“.

Die Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt am 15. August

Mit der Kräuterweihe am 15. August zu Mariä Himmelfahrt, wenn viele Heilpflanzen in voller Blüte stehen und über die höchsten Heilkräfte verfügen, neigt sich das Kräuterjahr langsam dem Ende zu und wir dürfen dankbar auf all das Gute schauen, was es uns geboten hat. Mariä Himmelfahrt wird auch als der „Große Frauentag“ bezeichnet. An diesem Tag beginnt der „Frauendreißiger“. Die Frauendreißiger (mit dem „Kleinen Frauentag“ am 8. September – Maria Geburt) sind die überleitende Zeit in den Herbst, die ganz im Zeichen der Marienverehrung und des Kräutersammelns stehen. Es ist somit ein Marienmonat in der Sommerzeit, aufbauend auf dem persönlichen Osterfest Mariens.

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