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Hildegard von Bingen

Benediktinerin und Universalgelehrte

Update von Martin Sturmer, 24. Jänner 2019

Der Frühlingstrank wird im Kloster Wernberg von Sr. Hedwig nach dem Originalrezept von Hildegard von Bingen produziert. Wir blicken auf das Leben und Wirken der Benediktinerin und Universalgelehrten.

Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) hat das Elixier auf frischen Wermut, Honig und Wein selbst als "Meistertrank entgegen allen Erschöpfungen" bezeichnet. Die Benediktinerin, Dichterin und bedeutende Universalgelehrte wird in der römisch-katholischen Kirche als Heilige und Kirchenlehrerin verehrt. Daneben wird auch in der anglikanischen und evangelischen Kirche mit Gedenktagen an sie erinnert.

Hildegard von Bingen gilt als erste Vertreterin der deutschen Mystik des Mittelalters. Ihre Werke befassen sich mit Religion, Medizin, Musik, Ethik und Kosmologie. Sie war auch Beraterin vieler Persönlichkeiten. Von ihr ist ein umfangreicher Briefwechsel erhalten geblieben, der auch deutliche Ermahnungen gegenüber hochgestellten Zeitgenossen enthält, sowie Berichte über weite Seelsorgereisen und ihre öffentliche Predigertätigkeit.

Am 7. Oktober 2012 ernannte Papst Benedikt XVI. die heilige Hildegard zur Kirchenlehrerin  und dehnte ihre Verehrung auf die Weltkirche aus. Ihre Reliquien befinden sich in der Pfarrkirche von Eibingen.

Als Mädchen ins Kloster

Hildegard wurde in ihrem achten Lebensjahr, wie damals üblich, von ihren Eltern ins Kloster gebracht. Am 1. November 1112 wurde sie mit Jutta von Sponheim, ihrer religiösen Erzieherin, und einer dritten jungen Frau in dem von Benediktinermönchen bewohnten Kloster Disibodenberg eingeschlossen.

Nach dem Tode Juttas wurde sie 1136 zur Magistra der versammelten Schülerinnen gewählt. Mehrfach kam es zu Auseinandersetzungen mit Abt Kuno von Disibodenberg, weil Hildegard die Askese, eines der Prinzipien des Mönchtums, mäßigte. Offener Streit brach aus, als Hildegard mit ihrer Gemeinschaft ein eigenes Kloster gründen wollte.

disibodenberg-shutterstock-1000Die Klosterruine Disibodenberg (Bild: Shutterstock.com)

Bei der Leitung ihrer Anhängerschaft und zur Begründung ihrer geschriebenen Texte beruft sich Hildegard auf Visionen, die nach ihrer eigenen Darstellung 1141 unwiderstehlich stark wurden. Sie begann in Zusammenarbeit mit Propst Volmar von Disibodenberg und ihrer Vertrauten, der Nonne Richardis von Stade, ihre Visionen und theologischen wie anthropologischen Vorstellungen in Latein niederzuschreiben.

Während einer Synode in Trier bekam Hildegard 1147 schließlich von Papst Eugen III. die Erlaubnis, ihre Visionen zu veröffentlichen. Zwischen 1147 und 1150 gründete Hildegard das Kloster Rupertsberg bei Bingen am Rhein.

Universalgelehrte und Pflanzenexpertin

Die Bedeutung Hildegards von Bingen lässt sich schlecht in einzelne Kategorien zwängen, da sich das Weltbild seit der Aufklärung stark verändert hat. In ihrer Zeit waren bedeutende Personen Universalgelehrte. Hildegard von Bingen gilt allgemein als Person, die durch eigene Denkansätze neue Impulse setzte und damit einen umfassenden Blickwinkel ermöglichte. Wegen ihres Glaubens und ihrer Lebensart wurde sie für viele Menschen zur Wegweiserin. Schon zu ihren Lebzeiten nannten viele sie eine Heilige.

Bekannt ist, dass Hildegard in den 1150er Jahren auch medizinische Abhandlungen verfasste. Im Gegensatz zu den religiösen Schriften sind hier jedoch keine zeitnahen Nachweise erhalten. Interessant für Biologie und Medizin sind ihre Abhandlungen über Pflanzen und Krankheiten. Nach 1150 verfasste Hildegard mit "Causae et Curae" (Ursachen und Heilungen) ein Buch über die Entstehung und Behandlung von verschiedenen Krankheiten.

Das zweite der naturkundlichen Werke heißt "Liber subtilitatum diversarum naturarum creaturarum", was auf Deutsch so viel bedeutet wie „Buch über das innere Wesen (Beschaffenheit und Heilkraft) der verschiedenen Kreaturen und Pflanzen“. Hildegard wird heute teilweise als erste deutsche Ärztin bezeichnet wird. Zu ihrer Zeit waren Ärzte Klostermediziner und angebliche Wunderheiler; es gab kein wissenschaftliches Medizinstudium.

Kritische Auseinandersetzung

Die Leistung Hildegards liegt unter anderem darin, dass sie das damalige Wissen über Krankheiten und Pflanzen aus der griechisch-lateinischen Tradition mit dem der Volksmedizin zusammenbrachte und erstmals die volkstümlichen Pflanzennamen nutzte. Sie entwickelte vor allem aber eigene Ansichten über die Entstehung von Krankheiten, Körperlichkeit und Sexualität. Eigene medizinische Verfahren entwickelte sie nicht, sondern trug lediglich bereits bekannte Behandlungsmethoden aus verschiedenen Quellen zusammen. Auch Edelsteine und Metalle bezog sie in ihre Behandlungsempfehlungen ein.

Der Gedanke der Einheit und Ganzheit ist auch ein Schlüssel zu Hildegards natur- und heilkundlichen Schriften. Diese sind ganz davon geprägt, dass Heil und Heilung des kranken Menschen allein von der Hinwendung zum Glauben, der allein gute Werke und eine maßvolle Lebens-Ordnung hervorbringe, ausgehen könne.

Der deutsche Historiker Rolf Bergmeier kommt bezüglich der medizinischen Fähigkeiten bei Hildegard von Bingen zu einem insgesamt ernüchternden Fazit. Die Werke würden „hinsichtlich Diagnose und Therapie Jahrhunderte hinter den arabischen und mehr als tausend Jahre hinter den griechischen Erkenntnissen“ zurückbleiben.

Die unter dem Namen „Symphonie der Harmonie der himmlischen Erscheinungen“ überlieferte Sammlung geistlicher Lieder der Hildegard von Bingen enthält 77 liturgische Gesänge mit Melodien in diasthematischer Neumennotation.

Das Kloster Disibodenberg wurde infolge der Reformation aufgelöst und verfiel. Das Kloster Rupertsberg wurde während des Dreißigjährigen Krieges zerstört. Die vertriebenen Ordensschwestern übersiedelten in das Kloster Eibingen. Das Kloster Eibingen wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgehoben und teilweise abgebrochen. Ein Flügel des Klosters ist erhalten. Die Klosterkirche wurde die Pfarrkirche St. Hildegard des Ortes Eibingen. Sie hat heute auch Bedeutung als Wallfahrtskirche, da sich dort der Schrein mit den Gebeinen Hildegards befindet.

Die oberhalb von Eibingen bestehende Abtei St. Hildegard ist eine Neugründung von 1904. Diese Abtei besitzt jedoch die Rechte der beiden Abteien Rupertsberg und Eibingen. Die Äbtissin von Rupertsberg und Eibingen steht dadurch in der Nachfolge der heiligen Hildegard.

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