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Johanniskraut

Das Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine wahre Sonnenpflanze. Es blüht zur Sommersonnenwende und sucht sich zum Wachsen Plätze, wo kein Schatten die Sonne trübt. An sonnigen Weg- und Waldrändern, in trockenen Wiesen, auf Böschungen und in Äckern leuchtet es uns im Sommer entgegen. Johanniskraut kann, wie Paracelsus sagte, wahrlich „Sonne ins Herz“ bringen. Seine strahlend goldgelben Blüten machen es zu einem unserer schönsten Heilkräuter. Vom Johannistag am 24. Juni an bis in den September werden Blüten und Blätter an warmen, sonnigen Tagen gepflückt und rasch an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet oder frisch verwendet. Das therapeutische Potenzial des Johanniskrauts war lange Zeit in Vergessenheit geraten. Dass es wieder neu entdeckt wurde und heute zu den Heilpflanzen zählt, die am häufigsten Verwendung finden, ist nicht zu Letzt Pfarrer Kneipp zu verdanken.

Die Heilpflanze – Echtes Johanniskraut

Das Johanniskraut bildet weltweit etwa 370 Arten, davon sind 60 in Europa heimisch. Die einzige Art jedoch, die zu medizinischen Zwecken genutzt werden kann, ist das Hypericum perforatum – das Echte Johanniskraut. Es unterscheidet sich von seinen Verwandten durch seine grünen Blätter, die, im Gegenlicht betrachtet, durchscheinende Punkte erkennen lassen, was der Pflanze den Beinamen perforatum (durchlöchert) eingebracht hat. Diese „Löcher“ sind kleine durchscheinende Hohlräume, die ätherisches Öl enthalten. Am Rand und teilweise auch auf der Blattfläche sitzen schwarze ölhaltige Drüsen. Diese kleinen Drüsen enthalten den roten Farbstoff Hypericin. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der aufrechte, zweikantige, kahle Stängel. Er erreicht eine Höhe von 30 bis 70 cm und ist oben verästelt.

Die Signatur des Johanniskrauts

Der rote Saft des Johanniskrauts ließ die Pflanze zum Symbol für das Blut Christi oder das Blut Johannes des Täufers werden. Im Mittelalter verwendete man das Kraut zur Abwehr von Kräften, die vom Menschen als bedrohlich empfunden wurden und die seelische Stabilität aus dem Gleichgewicht brachten. Wie sehr Stabilisierung das Thema des Johanniskrautes ist wird deutlich, wenn man die Eigenschaften der Pflanze betrachtet. Der Johanniskrautstängel ist zweikantig, was sehr selten ist, und strebt nicht gerade, sondern bogenförmig und mit einer leichten Spiralwindung nach oben. Aus der Architektur ist bekannt, dass Bogenkonstruktionen eine erheblich höhere Stabilität und Belastbarkeit besitzen als gerade und starre Formen. Die Gesamterscheinung der Pflanze strahlt ein hohes Maß an Ordnung und Gleichgewicht aus. Die Seitentriebe von Johanniskraut sind kreuzweise gegenständig angeordnet und schräg nach oben gerichtet, jeweils zwei von ihnen bilden ein auf die Spitze gestelltes, gleichseitiges Dreieck. Schaut man von oben auf die Blüte, so lässt sich erkennen, dass die Blütenblätter einen Drehsinn wie ein kleines Windrad haben, wobei die Johanniskrautblütenbeide Drehrichtungen aufweisen.

Wirksame Inhaltsstoffe

Im Mittelpunkt der Inhaltsstoffe stehen Hyperforin und Hypericin, deren Gehalt in der Pflanze zur Zeit der voll entwickelten Blüten am höchsten ist. Weiters enthält die Pflanze ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonglykoside, Pektine, Fett und Cholin. Hypericin ist ein rotes Pigment mit photosynthetischen Eigenschaften. Der rote Saft tritt beim Zerdrücken der Knospen aus und ist für die rote Farbe des Johanniskrautöls verantwortlich. Wenngleich Hyperforin als wirksamer Inhaltsstoff bisher am besten dokumentiert ist, muss davon ausgegangen werden, dass die Wirksamkeit von Johanniskrautextrakten durch das Zusammenwirken verschiedener Inhaltsstoffe zustande kommt.

Naturheilkundliche Anwendung von Johanniskraut

Johanniskraut wirkt stabilisierend und harmonisierend auf das seelische Empfinden und beschleunigt die Wiederherstellung von psychischer Ausgeglichenheit und innerer Balance. Eine besondere Bedeutung besitzt Johanniskraut bei der Behandlung der Winterdepression. Die zur Sommersonnenwende blühende Pflanze fördert die Aufnahme und Speicherung von Licht und die Umwandlung der gespeicherten Lichtenergie in Nervenkraft. Johanniskraut wirkt im wörtlichen Sinne „aufhellend“ und ist damit die wichtigste Heilpflanze für die Behandlung depressiver Verstimmungszustände in den dunklen Wintermonaten. Wissenschaftlich gut untersucht und klinisch anerkannt, hilft Johanniskraut nicht nur bei der Winterdepression. Studien konnten zeigen, dass Johanniskraut bei leichten und mittelschweren depressiven Episoden positive Wirkungen erbrachte und gleichzeitig verträglicher war als synthetische Antidepressiva.

Johanniskrautzubereitungen werden bei fast allen depressiven Zuständen, auch klimakterischen, bei psychovegetativen Störungen, Angstzuständen und nervöser Unruhe, Überforderungssyndromen und neurovegetativen Dysregulationen eingesetzt. Auch das Krankheitsbild Burnout ist fast immer mit depressiven Verstimmungen bis hin zu schweren Depressionen verbunden. Die Sonnenpflanze Johanniskraut ist ein gutes Mittel für die Förderung emanzipatorischer Prozesse und den Weg aus der Depression. Allerdings ist zu bedenken, dass ohne eigene Entwicklung Heilung nicht möglich ist. Es muss ein innerer Prozess angestoßen werden, was allerdings durch äußere Unterstützung erleichtert und beschleunigt werden kann. Johanniskraut besitzt auch ein hohes Potenzial bei Schmerzzuständen, die auf Nervenschädigungen jeder Art zurückgehen. Beschreibungen hierzu finden sich in der Medizingeschichte viele: Bereits Hippokrates und Plinius empfahlen die Pflanze bei mechanischen Nervenverletzungen, und Dioskurides, Militärarzt im 1. Jahrhundert n. Chr. und bedeutendster Pharmakologe der Antike, setzte ihre Früchte mit Honigwasser getrunken z. B. gegen Ischiasbeschwerden ein. Tabernaemontanus schrieb im 16. Jahrhundert über die Verwendung bei „zerknitschten und zerstoßenen Nerven“, und im 18. Jahrhundert wurde Johanniskraut für Wunden, die mit Nervenverletzungen einhergehen, verwendet.

Die Ganzheit der Pflanze

Johanniskrautzubereitungen sind im Allgemeinen gut verträglich, unerwünschte Nebenwirkungen treten selten auf. Lediglich sehr hoch dosierte Präparate können die Wirksamkeit mancher synthetischer Medikamente abschwächen. Diese Einschränkungen bestehen nicht, wenn man auf Hypericumpräparate aus isolierten und hochdosierten Wirkstoffen verzichtet und die Pflanze ganz traditionell mit der ganzen Bandbreite und Komplexität ihrer natürlichen Haupt- und Begleitwirkstoffe verwendet, z. B. als Tee oder Urtinktur.

Johanniskrautzubereitungen

Weil das Johanniskraut ein außerordentlich breites Wirkungsspektrum hat, lässt es sich in vielfacher Weise nutzen. In der Volksheilkunde waren und sind besonders Tees, Tinkturen und das seit dem Altertum hoch geschätzte Johanniskrautöl, wegen seiner roten Farbe auch als Rotöl bezeichnet, gebräuchlich.

• Johanniskraut wird als Tee getrunken oder zu Tinkturen weiterverarbeitet. Sie werden unter anderem bei nervöser Unruhe, Angstzuständen, Melancholie, Migräne, Schlaflosigkeit, nervösen Erschöpfungszuständen, geistiger Überanstrengung oder Regelbeschwerden empfohlen.

• Beliebt sind auch Johanniskraut-Liköre oder -Schnäpse die als „gesunder“ Aperitif getrunken werden können.

• Johanniskrautzubereitungen als Gesichtswasser  können zur Hautreinigung verwendet werden, was besonders empfindlicher Haut gut tut.

• Johanniskrautöl kann zur Körperpflege verwendet werden, ist aber auch eine Wohltat bei Blutergüssen, Verrenkungen, Muskelverletzungen, Insektenstichen, Sonnenbrand sowie bei Hautabschürfungen. Es wirkt beruhigend bei Brandwunden und dient auch zum Einreiben bei Kreuz- und Nervenschmerzen, bei Ischias, Gicht und Rheuma.

Johanniskrautöl selber machen

Für Johanniskrautöl braucht man frische Blüten, die an einem sonnigen Tag gesammelt werden müssen. Man gibt sie in ein weithalsiges Weißglasgefäß, zu gut 2/3 befüllt, übergießt sie mit einem kaltgepressten Öl, am besten Olivenöl, bis alle Blüten bedeckt sind. Anschließend das Glas gut verschließen und drei bis sechs Wochen an einen sonnigen, warmen Platz stellen, hin und wieder durchschütteln. Wenn das Öl tiefrot ist, abfiltern. Dazu kann Kaffeefilter verwendet werden oder ein altes, sauberes Baumwolltuch. Dann sollte es in eine dunkle Flasche gefüllt werden, wo es mindestens ein Jahr aufbewahrt werden kann.

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