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Zistrose

Balsam für Leib und Seele

Jedes Jahr im Frühjahr liegt über den Macchia-Landschaften des Mittelmeerraumes der aromatisch-harzige Duft der Zistrose. Der wärme- und lichtliebende, immergrüne Strauch mit den rosaroten Blüten bevorzugt das mediterrane Klima und ist mit seinem feuerfesten Wurzelwerk ein wahrer Überlebenskünstler. 

Die Verwendung der graubehaarten Zistrose (cistus incanus) als Genuss- und Heilmittel lässt sich bis in vorchristliche Jahrhunderte zurückverfolgen. Das mühevoll gewonnene Harz der Zistrose, das sogenannte Ladanum, wurde bis nach Ägypten und den Sudan gebracht. Bereits in der Bibel wird es neben anderen hochwertigen Harzen erwähnt: 

„Nehmt von den besten Erzeugnissen des Landes in eurem Gepäck mit und überbringt es dem Mann als Geschenk: etwas Mastix, etwas Honig, Tragakant und Ladanum, Pistazien und Mandeln.“ 1. Moses (Genesis) 43,11

In damaliger Zeit wurde das Harz der Zistrosen gewonnen, indem die Hirten ihre Ziegen durch das Zistrosen-Dickicht trieben. Die klebrige Substanz der Pflanze blieb an deren Haaren haften. Das harzverklebte Fell schnitt man anschließend ab und kochte es in Wasser, wo das wertvolle Harz an der Wasseroberfläche zurückblieb. Das Kraut wurde aber auch als Tee gekocht und als Durstlöscher oder als traditionelles Heilmittel verwendet.

Cistus incanus, die graubehaarte Zistrose, hat eine einzigartige Wirkung auf Viren, Bakterien und Mykosen. Diese Triade an Wirksamkeit verdankt sie vor allem ihrem außergewöhnlich hohen Anteil an Polyphenolen. Die Zistrose ist wohl die polyphenolreichste Heilpflanze Europas. Diese vitalisierenden und antioxidativen Pflanzeninhaltsstoffe sind zum Beispiel auch von Grüntee und Rotwein bekannt. Die Zistrose allerdings übertrifft beide um ein Vielfaches. Weitere Inhaltsstoffe sind Cineol, ein Pflanzenöl, das bei Erkrankungen der oberen Atemwege lindernd wirkt, und Eugenol, das antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften hat.

Traditionelle Anwendungen und neuere Erkenntnisse

Die Zistrose ist ein Allround-Talent. Volksmedizinisch wird sie eingesetzt bei Hautkrankheiten, bei Durchfallerkrankungen, und überall da, wo eine adstringierende Wirkung erwünscht ist. Sie wird geschätzt als immunsystemstärkend und entzündungshemmend.

Die positiven Eigenschaften der Zistrose entfalten sich bereits im Mund- und Rachenraum, wo sie auch zur Behandlung von Entzündungen und zur Parodontosevorsorge geeignet ist. Einen besonderen Stellenwert hat sie bei grippalen Infekten und auch der echten Influenza. Sie wird hier als immunstärkendes Mittel zum Einsatz gebracht. Die Zistrose stimuliert das Immunsystem und stärkt die Schleimhäute. Bisherige Untersuchungen legen nahe, dass die hochpolymeren Polyphenole der Zistrose, die zum großen Teil in Form von Gerbstoffen enthalten sind, das Virus ummanteln können und so das Eindringen in die Zelle verhindern ohne dabei zu Resistenzbildung zu führen. Diese schützende Eigenschaft ist auch bei bakteriellen und mykotischen Erkrankungen bekannt.

Neben Extrakten und Tees wird das Zistrosenharz auch als Bestandteil von Salben und Balsamen verwendet. Auch hier kommt seine adstringierende, entzündungshemmende sowie hautpflegende Eigenschaft zur Geltung. Angeblich mögen Zecken den Duft der Zistrose nicht. Auch wenn es hierzu keine Studien gibt, einen Versuch ist es allemal wert.

Leib und Seele – Klosterheilkunde und Spiritualität

In der traditionellen Klosterheilkunde haben Pflanzen als Heilmittel neben den Wirkungen auf den Leib immer auch die Entfaltung und Heilung der Seele zum Ziel. Auf der geistig-seelischen Ebene entfaltet die Zistrose ihre beruhigende Kraft und legt sich wie Balsam um die Seele. Sie kommt zur Anwendung, wenn Panik und Angst durch plötzliche Erkrankungen und andere Notfälle auftreten, auch bei nächtlichen Schweißausbrüchen durch Alpträume und Angstattacken. Sie hilft uns dabei, Wunden, die durch seelische Grenzverletzungen entstanden sind, zu heilen. Das Harz der sonne- und wärmeliebenden Zistrose (Ladanum) ist wärmend, reinigend und erdend. Betrachtet man die robuste Zistrose, so schließt man aus ihrer Widerstandskraft und Stärke auch auf die Widerstandskraft für Körper und Seele.

Die ganzheitliche Klosterheilkunde geht jedoch weit über die Behandlung mit Kräutern hinaus. Denn nicht nur ein Heilkraut macht den Menschen gesund, sondern auch die Rückkehr zu einem ausgewogenen Lebensrhythmus. Dazu gehört die Erkenntnis, dass man im Leben etwas ändern muss. Die Krankheit ist lediglich ein Signal, und ein Heilkraut kann Kraft geben für die Gesundung.

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