Rufen Sie uns an: +43 699 1135 33 99
Versandkostenfrei ab 50 Euro Bestellwert
Hilfe und Kontakt
Medizinwasser

Heilquellen bis Wasserkur - früher und heute!

Von Tamara Krammer, Fachinstitut für Massage & Lichtenergie & Bewusst Leben

Alles ist aus dem Wasser entsprungen! Alles wird durch das Wasser erhalten! Ozean, gönn‘ uns dein ewiges Walten! (Johann Wolfgang von Goethe: „Faust“)

Auch in vergangenen Zeiten plagten Krankheiten das Volk und die damaligen Wissenschaften suchten nach den besten Therapieformen. Naturvölker, alte Kulturen und ihre Medizinmänner oder Ärzte sowie die Klosterheilkunde haben sehr oft auf verschiedene Weise und in verschiedener Form das Wasser therapeutisch oder präventiv verwendet.

Wasser war bei uns früher „die Medizin der einfachen Leute“ und in allen vergangenen Hochkulturen ein fixer Bestandteil der Hygiene zum Wohlbefinden und wurde auch bei rituellen Waschungen verwendet, wie es die Ausgrabungen alter untergegangener Städte in aller Welt bestätigen. Von Badehäusern angefangen (im Indus-Kult bereits um 2500 – 1900 v. Chr., Ägypten ca. 2700 – 2200 v. Chr., Mesopotamien um 2000 v. Chr.) bis zu privaten Badezimmern im Haus mit ausgeklügelten Wasserversorgungs- und Abwasserkanalsystemen.

Die fast vergessenen heilenden Quellen in Afrika

Zu Pharaonen-Zeiten, wie Aufzeichnungen im Kom Ombo Tempel belegen, waren die heilenden Quellen immer schon gern besuchte Orte. An den Standorten der Quellen mit natürlich vorkommenden Substanzen, wie zum Beispiel Schwefel in den Gebieten Helwan und Aswan, haben sich auch in den letzten Jahrhunderten einige Therapiezentren entwickelt. Nicht nur zu Sokrates Zeiten wurde die „Klima Therapie“ in Ägypten empfohlen, auch im 19. und 20. Jahrhundert zog es und zieht es bis heute die Rheuma-, Arthritis- und Asthma-Geplagten wochenlang vom feuchtkalten Wetter weg ins salztrockene Ägypten.

Spezielle Orte wie die Oyoun Mossa (Moses Quellen) und das Hammam Pharaon (Pharaos Bad) mit dem schwefelreichsten Wasser der Welt sind für die Rheuma-Pilgerer beliebte Aufenthalte, desgleichen die heilenden Quellen und Kräuter des „neuen Tals“ „el-Wadi el-Gedid“ mit einer Wassertemperatur von 35 bis 45 Grad Celsius zu allen Jahreszeiten. Das aus der Tiefe quellende Mineralwasser der Siwa Oase wird gekocht und damit gegen Nierensteine therapiert. Das aufgrund der Vielfalt des Korallenriffs 35 % salzhaltigere Wasser in Marsa Alam und Safage am Roten Meer hat laut dem National Research Center bei Schuppenflechte, Psoriasis, aber auch bei rheumatischer Arthritis positive Therapieergebnisse ergeben.

Die Hydrotherapie kam von Ägypten nach Griechenland und von dort weiter zu den Römern und unseren heutigen Kur- und Saunahäusern

Die griechischen Ärzte setzten Wassertherapien bei Krankheiten und Schmerzen ein. Hippokrates empfahl Kaltwassergüsse bei Rheuma und Gicht sowie kalte Wickel gegen Fieber. Außerdem waren bereits zahlreiche Heilquellen bekannt, von denen viele den Göttern geweiht waren. An besonders wirksamen Quellen wurden sogenannte Asklepios-Tempel errichtet, die von den Kranken aufgesucht wurden und im Grunde schon Sanatorien waren. Einen sehr guten Ruf hatten auch die heißen Quellen von Adepsos auf der Insel Euböa. Platon (um 428 – 348 v. Chr.) plädierte in seinem Dialog Nomoi, heiße Bäder auf Alte und Kranke zu beschränken, da er Angst hatte, die Griechen würden von warmen Bädern verweichlichen und ihre Manneskraft verlieren, die ihre Vorfahren in der Schlacht bei Marathon erfolgreich sein ließ.

Durch griechischen Einfluss entstanden im 4. Jahrhundert v. Chr. bereits größere öffentliche römische Bäder. Ähnlich wie wir heute das Saunieren nach dem Sport zur Erholung kennen, gingen die Besucher nach dem Aufwärmen in einer Sportanlage in Holzschuhen, mit Badeutensilien und Handtuch zunächst in den Kaltbaderaum um sich zu reinigen. Danach folgte ein Warmbaderaum mit einer Raumtemperatur von 20 bis 25 Grad Celsius, in dem es Bänke und Wasserbecken gab. Es folgte die Nutzung des Iaconicums mit trockener Wärme oder des feuchtheißen Sudatoriums. Die alten Römer wussten auch, wie wohltuend und entspannend ein heißes Bad mit ca. 50 Grad Celsius wirkt, auf das dann als Abschluss ein Kaltbad folgte. In dieser Zeit entstanden in den römischen Provinzen auch weitere öffentliche Bäder, wie in der Schweiz (Baden, Vindonissas) und im deutschsprachigen Raum in Trier und Aachen, die als Ruinen heute noch zu sehen sind. Auch die Kurorte Baden-Baden und Wiesbaden wurden zu Römerzeiten gegründet. Mit dem Zerfall des Römischen Reiches setzte im westlichen Europa der Niedergang der Bäder ein, während sie im Byzantinischen Reich erhalten blieben.

Die Wasserkur außen und innen

Ende des 16. Jahrhunderts wurde neben der Bade- auch die Trinkkur wieder populär, wobei wiederum nach dem gleichen Motto verfahren wurde. Die Badegäste tranken von früh bis spät unablässig aus den Mineralbrunnen, pro Tag oft 15 bis 20 Liter. Gewisse Nebenwirkungen mancher Quellen galten als durchaus erwünscht; so gab es bekannte Furzbrunnen (z. B. in Bad Schwalbach) oder auch Kotzquellen (wie in Leukerbad). Das Trinken von Heilwasser wurde bei den Wohlhabenden so beliebt, dass man im 17. Jahrhundert begann, das Brunnenwasser in Krüge abzufüllen und zu verschicken. Am populärsten war lange Zeit das Wasser aus Niederselters in Hessen. Die Nachfrage nach diesem Selterswasser war so enorm, dass an manchen Tagen bis zu 18.000 Krüge abgefüllt und versandt wurden, zum Teil auch ins Ausland. Einen guten Ruf besaß auch das Mineralwasser aus Fachingen und das aus Bad Ems. In Frankreich war der Badeort Vichy als Mineralwasser-Lieferant führend; hier wurden 1860 circa 1,5 Millionen Flaschen gefüllt. Diese Beliebtheit für Mineralwässer blieb bis heute erhalten. Die Weltgesundheitsbehörde WHO stellte im „Guidelines for Drinking Water Qualitity“ fest, dass in Europa und einigen weiteren Ländern viele Konsumenten an medizinische Eigenschaften und andere gesundheitsrelevante Wirkungen der Mineralwässer glauben, weisen aber auch auf das Fehlen überzeugender wissenschaftlicher Belege hin. Durch die Bücher (1996 – 2005) von Dr. med. F. Batmanghelidj wurde in unserem Jahrhundert das Wassertrinken zur Vorbeugung und Heilung von Krankheiten wieder populär. Die Trinkbasis für einen gesunden Körper sollte 30ml Wasser / kg Körpergewicht sein, in Verbindung mit einer ausgewogenen Ernährung und der Zufuhr von richtigem Salz (Meersalz beinhaltet bis zu 80 Mineralstoffe) und mit gesunder Bewegung.

Die Neuentdeckung der Wassertherapie in Europa im 18. und 19. Jahrhundert

Die moderne Wassertherapie (Hydrotherapie) wie wir sie heute anwenden, begann erst wieder im 18. Jahrhundert mit den Schweidnitzer Stadtärzten Hahn. Darauf folgten Vincenz Priessnitz und Sebastian Kneipp im 19. Jahrhundert mit weiteren angewandten Formen von Güssen und Bädern bis Wickel und Kompressen, aber auch dem bekannten Wassertreten, Taulaufen und Schneelaufen. In den Wasseranwendungen werden verschiedene Varianten beschrieben, von Bädern angefangen bis zu Kalt-, Warm- oder auch Kalt- / Warmwasser-Wechselgüssen, und als präventiv und auch heilsam empfohlen. Allgemein wird die Immunsystemregulierung angeregt und je nach Art und Bereich der Anwendung entfaltet sich eine spezielle Wirksamkeit. Im 19. Jahrhundert kam der Aufschwung im böhmischen „Bäderdreieck“ mit Karlsbad, Franzensbad und Marienbad, das damals zu Österreich-Ungarn gehörte. Um 1900 dann galt Wiesbaden als „Weltbad“ mit jährlich rund 136.000 Besuchern, gefolgt von Baden-Baden mit circa 72.000. Die Aufenthalte in Kurhäusern und Thermen sind bis heute beliebt.

Durch das Wassertreten ("Kneippen") wird der Kreislauf angeregt und die arterielle Durchblutung gefördert!

 

Schnelle Hilfe für zu Hause

Die alten Hausmittel wie kalte Fußwickel und kaltes Auflegen auf die Stirn bei Fiebersind fast jedem bekannt. Ein nasskaltes Tuch bei Nasenbluten in den Nacken, viel Wasser trinken bei Kopfweh und kalte Umschläge bei akuten stumpfen Verletzungen sind einfache, schnelle Hilfen im Alltag, die wir alle kennen. Besonders empfehlenswert sind auch warme Leber-, Magen- und Bauchwickel bei Krämpfen. Nehmen Sie dazu ein kleines Handtuch und machen Sie es mit warmem Wasser nass. Legen Sie es so warm und nass wie möglich im Bereich der Krämpfe auf den Bauch. Geben Sie ein zweites größeres Handtuch darüber, stopfen Sie dann im Liegen dessen Enden fest unter den Rücken und legen abschließend eine Decke darauf. Wenn Sie auf der Haut fühlen, dass der Umschlag kühler wird, nehmen Sie die zwei untersten Schichten wieder ab und beginnen Sie von vorne. Wiederholen Sie den Umschlag 2 – 5 Mal. Warme Wasserumschläge sind auch bei starken Nackenverspannungen „Gold wert“.

Bei Entgiftungskuren sind Leberwickel und Bäder hilfreich. Kalte Kniegüsse wirken im Rachenraum abhärtend, blutdruckregulierend, bei Hitzegefühl, Venenbeschwerden, Muskelkater und stumpfen Verletzungen. Bei Abgeschlagenheit, Abgespanntheit, Konzentrationsschwierigkeiten und Hypotonie wird ein verlängerter kalter Armguss empfohlen.

Literatur:

• Wohltuende Wickel, Maya Thüler, 1998, Maya Thüler Verlag

• Kneipp bewegt – Natürlich. Präventiv. Heilsam. Ruth, Pirker, Kneippbund. 2014

• http://www.touregypt.net/de/featurestories/therapy.htm

• Wasser, Ivan Engler, Spurbuchverlag, 3. Auflage 2009

• Das Wesen des Wassers – Viktor Schauberger, Jörg Schauberger, AT Verlag, 2006

• https://de.wikipedia.org/wiki/Badekultur

• Trinkwasser & Säure-Basen-Balance, Dr. Hilmar Burggrabe, Dr. Markus Strauß, Naturaviva

• Die Wasserkur, Dr. med. F. Batmanghelidj,VAK, 2005

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.