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Hilfe und Kontakt
Schlafstörungen und Unruhezustände

Hilfreiches aus der Pflanzenwelt

Der Schlaf wird als etwas völlig Selbstverständliches betrachtet. Der Mensch verbringt etwa ein Drittel seiner Lebenszeit schlafend. Wie wichtig Schlaf für unser Wohlbefinden ist, wird uns allerdings erst bewusst, wenn Schlafstörungen auftreten.

Lange Zeit wurde der Schlaf als Sonderstellung zwischen Leben und Tod betrachtet. Bei den antiken Griechen war der Gott Hypnos für den Schlaf verantwortlich. Der Römer Galenus (129 – 199 n. Chr.) erkannte bereits, dass Schlaf durch das Gehirn gesteuert wird. Es bildete sich die Meinung, dass Schlaf der Regeneration des Gehirns diene. Aber auch heute noch ist die vollständige Beantwortung der Frage nach der Funktion des Schlafes offen. Craig Heller, ein amerikanischer Schlafforscher, meinte dazu Folgendes: „Warum wir überhaupt schlafen, ist eines der größten ungelösten Rätsel der modernen Biologie.“

Sicher ist jedoch, dass Schlafentzug die Lebensqualität deutlich einschränkt und in weiterer Folge zu Krankheiten führen kann. Betroffen sind das Immunsystem, die Psyche, die Gedächtnisfunktionen und viele andere Bereiche.

Eine erholsame Nachtruhe ist die Grundvoraussetzung für seelisches und körperliches Wohlbefinden.

Etwa jeder dritte Erwachsene leidet unter Schlafstörungen und / oder Unruhezuständen. Ein Grund dafür liegt auch in der tagtäglichen Reizüberflutung. Reize auf die wir reagieren müssen, werden uns dabei bewusst, andere jedoch dringen nicht in unser Bewusstsein vor, beeinflussen uns aber trotzdem. Das Ausblenden von Reizen ist zwar notwendig, liegt aber nicht in der Natur des Menschen und hat großen Einfluss auf unser vegetatives Nervensystem. Die tagtäglich geforderte Leistungsbereitschaft, fehlende Regenerationszeiten, fehlende Tagesrhythmen aber auch unausgewogener Konsum von Kaffee, Nikotin und Alkohol, bringen das vegetative Nervensystem in Unordnung und beeinträchtigen den menschlichen Organismus. Schlafstörungen, Unruhe- und Angstzustände sind die Folge und ein Zeichen dafür, dass der Mensch mit den Eindrücken aus seiner Umwelt nicht mehr so gut umgehen kann.

Helfer aus der Pflanzenwelt

Bei Schlafstörungen, Unruhezuständen und Nervosität können bestimmte Pflanzen sehr hilfreich sein. Insbesondere Baldrian, Hopfen, Melisse, Lavendel und Passionsblume sind in der Naturheilkunde bekannt dafür, dass sie bei Einschlaf- und Durchschlafstörungen ihren ganzheitlichen Einfluss entfalten. Sie wirken schonend und weitgehend ohne Nebenwirkungen und besitzen weder Abhängigkeits- noch Gewöhnungspotenzial. Dabei hat jede Pflanze ihren eigenen charakteristischen Einfluss auf den Organismus.

Passionsblumenkraut

Die Passionsblume kam erst durch die Entdeckung Amerikas nach Europa. Die in den warmen Gegenden Amerikas beheimatete Kletterpflanze wird aufgrund ihrer wunderschönen großen Blüten auch gerne als Topfpflanze kultiviert.

Das traditionelle Wissen über die Eigenschaften der Passionsblume entwickelte sich aus den amerikanischen volksmedizinischen Erfahrungen Brasiliens und Nordamerikas. Sie wurde dort bei Schlaflosigkeit, nervlich bedingten Unruhezuständen, Hysterie und Depression sowie zur Epilepsie-Behandlung angewendet. Erste schriftliche Aufzeichnungen über die Passionsblume stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Hundert Jahre später wurde die beruhigende Wirkung der Passionsblume erstmals in einem Buch über medizinisch verwendbare Drogen beschrieben. Bis heute wird die ganze Pflanze als Heilmittel eingesetzt, obwohl sich einzelne Hauptwirkstoffe auf die die Wirkung zurückzuführen ist, wissenschaftlich noch nicht finden ließen. Zubereitungen aus Passionsblumenkraut wirken beruhigend und entspannend. Sie werden bei nervös bedingten Schlafstörungen, bei Störungen des vegetativen Nervensystems, bei Anspannung, Ruhelosigkeit und Angstzuständen eingesetzt. Auch bei nervöser Unruhe im Klimakterium ist die Passionsblume sehr hilfreich. Sie kann auch bei Migräne, nervösen Herzstörungen und bei Krämpfen begleitend verwendet werden. Pfarrer Weidinger empfahl bei Bluthochdruck morgens und abends jeweils eine große Tasse Passionsblumentee.

Synergisten der Passionsblume sind unter anderem Baldrian, Hopfen, Melisse, Lavendel und Johanniskraut. Die synergistischen Effekte einer Kombination verstärken die Eigenschaften der einzelnen Kräuter, was zu einer schnelleren Verbesserung der Befindlichkeitsstörungen führt.

Baldrian

Der Baldrian mit seinem schlanken Stiel und den lieblichen rosafarbenen Blüten ist in ganz Europa beheimatet. Bereits im Lorscher Arzneibuch (frühmittelalterliche Handschrift und ältestes Buch zur Klostermedizin aus der Zeit Karls des Großen um 795) wird der Baldrian als Teil einer Rezeptur beschrieben, die den Schlaf verbessern soll. Wurde der Baldrian in den darauffolgenden Jahrhunderten nahezu als Allheilmittel gepriesen, ging die Indikation zu Schlafstörung und Unruhezuständen über die Jahrhunderte verloren und wurde erst 700 Jahre später wieder schriftlich erwähnt.

In einer Klosterhandschrift aus dem Kloster Benediktbeuern um 1500 wird er mit Schlaflosigkeit und Beruhigung in Zusammenhang gebracht. Im 18. und 19. Jahrhundert attestierten erst Christoph W. Hufeland und später Pfarrer Sebastian Kneipp dem Baldrian positive Wirkung auf die Nerven und empfahlen ihn bei Nervenschwäche, Hysterie, Krampfzuständen, Migräne und Epilepsie. Die schlaffördernde und leicht beruhigende Wirkung von Baldrian wurde mittlerweile in klinischen Studien bestätigt, wobei über die verantwortlichen Inhaltsstoffe noch immer Uneinigkeit herrscht. Baldrian wird hauptsächlich zur Behandlung von Schlafstörungen, bei Unruhe- und Spannungszuständen, Nervosität und Reizbarkeit eingesetzt. Dabei hat er eine ganz besondere Eigenschaft, denn obwohl er die Schlafbereitschaft fördert und beruhigt, macht er nicht müde, und die geistige Klarheit bleibt erhalten. Daher eignet er sich auch zur Verwendung am Tag insbesondere bei Unruhezuständen und bei Prüfungsangst.

Lavendel

Lavendel ist eines der ältesten und bekanntesten Heilkräuter. Im alten Ägypten wurde er zur Einbalsamierung verwendet, bei den Römern galt er als Zeremonienkraut und als Heilpflanze für Soldaten. Paracelsus schlug Lavendel zur Schmerzlinderung und bei Nervenleiden vor. Hildegard von Bingen empfahl Lavendel in Wein oder mit Honig und Wasser zu kochen und lauwarm zu trinken „… dies mildere Schmerz in der Leber und in der Lunge“. Tees aus Blüten wurden bei Unruhezuständen, nervöser Erschöpfung, Einschlafstörungen, Herzklopfen, Altersschwäche, Wechseljahresbeschwerden und Nervenleiden verwendet. Der botanische Name lavandula wird vom lateinischen „lavare“ (waschen) abgeleitet. Das aromatische Kraut wurde früher gern dem Waschwasser oder Bädern zugesetzt. Lavendel gilt als klassisches Nervenberuhigungsmittel. Er wirkt innerlich beruhigend und bei Einschlafstörungen. Seine krampflösende Eigenschaft wird aber auch bei Blähungen sowie Störungen im Magen-Darmtrakt eingesetzt. Die beruhigenden Eigenschaften von Lavendel helfen zur Milderung von innerer Unruhe, nervöser Erschöpfung, Einschlafstörungen, Migräne sowie bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden. Eine 2014 publizierte Studie konnte den potenziellen Nutzen von Lavendelöl bei Angststörungen nachweisen. Die beruhigenden Eigenschaften von Lavendel werden auch in der Aromatherapie genutzt.

Melisse

Die Heimat der zitronig-duftenden Melisse ist das östliche Mittelmeer. So berichten sowohl Griechen und Römer von ihrer vielseitigen Verwendung wie auch die Heilkundigen des damaligen Orients. Die Melisse stand als Heilkraut in hohem Ansehen und wurde gegen Bauchschmerzen, Infektionen, Insektenstiche und Frauenleiden verwendet. Sowohl Hildegard von Bingen als auch Paracelsus lobten ihre heilkräftige Wirkung. Paracelsus verwendete sie unter anderem zur Behandlung von Herzleiden und nannte das Kraut ein Lebenselixier. Hildegard beschreibt die Melisse als „warm und der Mensch, der sie isst, lacht gern, denn sie erfreut das Herz und die Milz“.

Melisse ist immer dann das Mittel der Wahl, wenn es durch Überarbeitung, Reizüberflutung, Stress oder psychische Probleme zu Herzproblemen, Darm- und Unterleibskrämpfen oder anderen psychosomatischen Störungen kommt. Sie ist auch als Frauenkraut unverzichtbar. Bei PMS, Regelkrämpfen, in den Wechseljahren, nervösen Attacken oder Schwangerschaftserbrechen unterstützt sie sanft, entkrampft und entspannt in allen Lebenslagen. In der traditionellen Phytotherapie hat die Melisse vielseitige Einsatzgebiete, unter anderem bei Herzbeschwerden, Magen-, Nieren- und Blasenleiden, Migräne, Menstruationsbeschwerden, Unruhezuständen, Schlafstörungen, Neuralgien, Erkältungskrankheiten. Wissenschaftlich bestätigt wurden ihr Wirkungen bei nervös bedingten Einschlafstörungen und funktionellen Magen-Darm-Beschwerden.

Hopfen

Der beruhigende Hopfen wurde seit jeher als schlafförderndes Mittel und angeblich zur Beseitigung von schlechter Laune angewendet. Die Entwicklung der ersten Klostergärten nahm ihren Anfang am Hofe Karls des Großen und bald schon wurde es üblich, im Umfeld der Klöster auch Hopfengärten anzulegen. Ab dem 12. Jahrhundert wurde dem bis dahin üblichen Bier erstmals Hopfen zugesetzt. Ursprünglich um die Biere haltbarer und transportfähiger zu machen. Das Typische an der Hopfenpflanze mit ihren zackigen Blättern sind ihre gelben Zapfen die auch in der Heilkunde verwendet werden. Hopfen wirkt beruhigend, schlaffördernd, krampflösend, appetitanregend und magenstärkend und findet demnach Verwendung bei Schlaflosigkeit, Nervosität, Unruhezuständen, Angstzuständen, Hitzewallungen, Wechseljahresbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, nervösen Herzbeschwerden und Reizbarkeit. Wissenschaftlich wird Hopfen hauptsächlich die Wirkung bei Unruhe- und Angstzuständen sowie Schlafstörungen zugeschrieben. Dies sind nur einige pflanzliche Hilfsmittel die bei Schlaflosigkeit und Unruhezuständen ihre sanfte Kraft entfalten können. Neben der Möglichkeit, die einzelnen Pflanzen als Extrakte, Kapseln oder Tees zu verwenden, ist es immer sinnvoller die Pflanzen miteinander zu kombinieren. Die Kombination der einzelnen Pflanzen wirken effektiver als die einzelne Pflanze, da sie zusammen einen verstärkenden Synergismus ergeben.

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