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Tabennisi: Das erste Kloster der Geschichte

Von Martin Sturmer, 8. Oktober 2018

Der heilige Antonius der Große (angeblich 251-356) gilt gemeinhin als Vorreiter des christlichen Mönchtums. Der "Vater der Mönche" gründete in Oberägypten bereits um das Jahr 305 lose Zusammenschlüsse christlicher Anachoreten - also Einsiedlern, die mehr oder weniger getrennt voneinander lebten.

Auf dem Gemälde "Thebaid" wird das Einsiedlertum um Theben idealisiert dargestellt. Das Bild, das dem italienischen Maler Fra Angelico (ca. 1395-1455) zugeschrieben wird, befindet sich in den Uffizien in Florenz.

tebaide-public-domain-800Bildquelle: Fra Angelico - book: Guido Cornini, Beato Angelico, Giunti, 2000, Public Domain, Link

Die erste koinobitische Klostergemeinschaft. in dem besitzlose Mönche gemeinsam unter einem Dach lebten, entstand im Jahr 323 in Tabennisi. Der Legende nach soll ein Engel dem heiligen Pachomios (287-347) beim Holzsammeln befohlen haben, in dem verlassenen Ort bei Dendera nahe Theben ein Kloster zu gründen.

Die erste Klosterregel

Pachomios wurde der erste Abt des Klosters und schuf 325 die erste Klosterregel des Christentums. Die sogenannte "Engelsregel", die in koptischer Sprache verfasst war, ist heute in ihrer Urfassung heute nicht mehr erhalten. Im Jahr 404 wurde die Regel vo Hieronymus ins Lateinische übersetzt. Eine Abschrift ist bei "Documenta Catholica Omnia" abrufbar.

Das Dokument gibt Aufschluss über das Leben im ersten Kloster. Der Tagesablauf orientierte sich aber bereits an einem Wechsel von Arbeit und Gebet. In ihren Zellen fertigten die Mönche handwerkliche Produkte an, von deren Verkauf das Kloster lebte. Die Krankenpflege und die Versorgung von Bedürftigen wurden hochgehalten. Auch die Ausbildung junger Menschen war den den ersten Mönchen ein wichtiges Anliegen. 

Insgesamt gründete Pachomius neun Männerklöster mit 9000 Mönchen. Dazu kamen zwei Frauenklöstern, von denen eines von Pachomius' Schwester Maria geleitet wurde. Als Zentralkloster wurde schließlich Pbow (heute: Faw Qibli) ausgewählt, das nur wenige Kilometer von Tabennisi entfernt lag.

Vom römischen Militär zur Christentum

Doch was wissen wir eigentlich über den ersten Klostergründer? Pachomios wurde in Latopolis (heute: Esna) am westlichen Ufer des Nil geboren. Im Jahr 315 befahl ihm sein Vater, in die römische Armee einzutreten, aus der er aber bald entlassen wurde.

esna-shutterstock-800Malerisch: Nilkanal im heutigen Esna, die Geburtsstadt von Pachomios (Bild: Shutterstock.com)

Als er bei Theben auf Christen traf, war Pachomius von ihrer der praktizierten Nächstenliebe berührt. Er ließ sich taufen und würde Schüler des Anachoreten Palamon. Der strenge Asket Palamon half Pachomius auch, in Tabennisi das Kloster zu gründen, das zur Keimzelle des Ordenslebens werden sollte.

Im Jahr 345 klagte ihn eine Bischofskonferenz wegen Missachtung der Oberhoheit der örtlichen Bischöfe auf der Synode in seiner Heimatstadt Latopolis an. Während der Synode kam es zu einem Attentat auf Pachomios, das allerdings misslang. 

Zwei Jahre später - am 14. Mai 347 - starb er erste Klostergründer durch eine Seuche im Zentralkoster in Pbow. Seine Grabesstätte ist bis heute unbekannt.

Titelbild: Gemeinfrei, Link

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