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Welterbe-Klöster in Bulgarien

Welterbe-Klöster in Bulgarien

Von Martin Sturmer, 30. Juli 2019

Unsere Reise durch die Welterbe-Klöster haben wir in Griechenland  begonnen. Nun begeben wir uns zum nördlichen Nachbarn Bulgarien: Hier zählen das Kloster Rila und die Felskirchen von Iwanowo zum UNESCO-Welterbe.

welterbe-kloester-bulgarienLage der Welterbe-Klöster in Bulgarien, zur interaktiven Karte

Das Kloster des Heiligen Iwan von Rila ist das bedeutendste und größte Kloster in Bulgarien und hat seit dem Jahr 1983 den Welterbe-Status inne. Es befindet sich im westliche Teil des Rila-Gebirges auf einer Seehöhe von 1.147 Metern und liegt etwa 120 Kilometer südlich der Hauptstadt Sofia.

Das Kloster Rila wurde im ersten Drittel des 10. Jahrhunderts gegründet. Die Gründung geht auf den Heiligen Iwan Rilski zurück, der zunächst als Einsiedler im Rila-Gebirge lebte. Nachdem er durch zahlreiche Heilungen bekannt geworden war, fanden sich zunehmend Jünger. Zwischen 927 und 941 wurde das erste Rila-Kloster errichtet.

Der Chreljo-Turm im Kloster Rila

Bereits im Mittelalter wurde das Kloster von Pilgern reich beschenkt und entwickelte sich zu einem Zentrum des geistigen und kulturellen Lebens in Bulgarien. 1334/35 ließ der serbische Heerführer und Magnat Stefan Chrelja Dragowol (genannt Chreljo) u. a. einen Wehrturm errichten - der Chreljo-Turm ist bis heute ein markantes Gebäude im Innenhof des Klosters geblieben.

kloster-rila-wehrturm-1000Innenhof des Klosters Rila mit dem Chreljo-Turm aus dem 14. Jahrhundert

Vom bulgarischen Zaren Iwan Schischman erhielt das Kloster im Jahr 1378 weitreichende Privilegien. Zahlreiche Schriftsteller, Künstler und Baumeister hinterließen Manuskripte, Bauten, Wandmalereien, liturgische Gefäße und Ikonen.

Nach der Eroberung Bulgariens durch die Osmanen in den Jahren 1393 bis 1396 verlor das Kloster an Bedeutung. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde es geplündert und großteils zerstört. Nur die Kirche und der Chreljo-Turm blieben erhalten.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde das Kloster wieder aufgebaut. Damals wurden die Reliquien von Iwan Rilski aus der damaligen bulgarischen Hauptstadt Weliko Tarnowo feierlich zurück in das Kloster Rila gebracht.

Neuaufbau des Klosters Rila

Die Klosterkirche bekam Ende des 18. Jahrhunderts ein neues Aussehen, das allerdings nicht lange währte. Im Winter 1832/33 zerstörte ein Großbrand die Klosteranlagen bis auf den Chreljo-Turm und die Kapelle.

In der Epoche der bulgarischen Aufklärung wurde der Wiederaufbau zu einem Vorhaben von nationaler Bedeutung. Mit Spenden der Bevölkerung wurden ab 1834 die Gebäude wiederhergestellt, erweitert und erneuert. Unter der Leitung von Igumen (Abt) Jossif wurde der Klosterkomplex schließlich in seiner heutigen Form aufgebaut.

Die neue Klosterkirche Sweta Bogorodiza wurde am 26. Oktober 1837 vollendet und im Juli 1838 geweiht. Der Neubau in der Epoche der bulgarischen Aufklärung im späten 18. und vor allem im 19. Jahrhundert gab dem Rila-Kloster neue Impulse. Es wurde wieder zum Ziel Tausender Pilger. Im Kampf für ein unabhängiges Bulgarien diente das Kloster vielen Freiheitskämpfern als Zufluchtsort.

Fresken der Felskirchen von Iwanowa

Bereits 1979 haben die Felskirchen von Iwanowo im Nordosten von Bulgarien den Welterbe-Status erhalten. Die Gruppe von orthodoxen Kirchen, Kapellen und Mönchszellen bildeten gemeinsam das ehemalige Kloster Iwanowo.

Bereits ab dem Ende des 12. Jahrhunderts bewohnten einzelne Eremiten die natürlichen Höhlen der Berge und gruben dabei einzelne Kammern in den weichen Kalkstein. Der Eremit Ioakim gründete später das Kloster Erzengel Michael, in dem die einzelnen Räume teils auch durch Gänge miteinander verbunden wurden.

Einblicke in die Felskirchen von Iwanowa und das Kloster Basarbowski

In sechs Kirchen und Kapellen des Komplexes sind heute noch Fresken des 13. und 14. Jahrhunderts erhalten. Die bedeutendsten Fresken befinden sich in der zentralen, Klosterkirche, die der Jungfrau Maria geweiht ist.

Die Fresken waren lange Zeit für die Öffentlichkeit gesperrt. In den 1980-er Jahren begann mit finanzieller Unterstützung der UNESCO eine aufwändige Renovierung, erst seit dem Jahr 2002 können die Fresken wieder besichtigt werden.

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