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Welterbe-Klöster in Griechenland

Welterbe-Klöster in Griechenland

Von Martin Sturmer, 28. Mai 2019

1.092 Stätten zählt das UNESCO-Welterbe insgesamt, darunter eine Vielzahl von Klöstern und Klosteranlagen. Wir begeben uns auf Weltreise zu den Welterbe-Klöstern. Erste Station ist Griechenland.

In Griechenland sind die Klosteranlagen von Meteóra und Athos sowie die Klöster Daphni, Hosios Lukas und Nea Moni Teil des UNESCO-Welterbes.

Die “schwebenden” Klöster von Metéora

Zu den fraglos schönsten Klosteranlagen der Welt gehören die “schwebenden” Klöster von Metéora (Titelbild). Die insgesamt 24 Klöster liegen im Zentralraum des griechischen Festland. 1988 wurden sie in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.

Metéora leitet sich von “meteorizo” ab, was soviel wie „in die Höhe heben“ bedeutet. Der Name beschreibt das Schauspiel, wenn die auf hohen Sandsteinfelsen gebauten Klöster bei dunstiger Luft zu schweben scheinen.

karte-welterbe-kl-ster-in-griechenlandLage der griechischen Welterbe-Klöster, zur interaktiven Karte

Die gesamte Anlage besteht aus 24 einzelnen Klöstern und Eremitagen, von denen heute nur noch sechs bewohnt sind. Diese können auch besichtigt werden. Jedes der sechs Klöster hat einen anderen Ruhetag, so dass nie alle sechs Klöster gleichzeitig geschlossen haben.

Die Ursprünge der Klosteranlage gehen ins 11. Jahrhundert zurück. Aus dieser Zeit stammen die ersten Überlieferung von Einsiedeleien, die sich im Lauf der Jahre zu einer Gemeinschaft nach dem Vorbild des Heiligen Berges Athos vereinigten.

Im Jahr 1334 gelangte der Mönch Athanasios nach Metéora. Damit begann der Aufstieg des Klosterlebens in der Region. Zusammen mit 15 weiteren Mönchen gründete er das Kloster Metamórphosis, auch bekannt als Megálo Metéoro.

Athanasios stellte die in Metéora gültigen Regeln des Klosterlebens auf und wurde nach seinem Tod als Athanasios Meteorites seliggesprochen. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts wurden weitere Klöster errichtet.

Die Mönchsrepublik auf dem Athos

Athanasios stammte vom Heiligen Berg Athos - der bekanntesten Klosteranlage Griechenlands. Er musste wohl in Folge des Richtungsstreits im 14. Jahrhundert vom Heiligen Berg fliehen, in dem es um die rechte mönchische Lebensweise ging.

Das erste Kloster auf dem Athos, die Große Lavra, wurde 963 vom byzantinischen Mönch Athanasios Athonites gegründet. Bis zu diesem Zeitpunkt siedelten hier bereits seit dem frühen 9. Jahrhundert Mönche, die sich an den Vorbildern der asketischen Mönche im Alten Ägypten orientierten.

athos-shutterstock-10005ced3c89f0d60Moni Simonos Petras ist ein griechisch-orthodoxes Kloster auf dem Berg Athos. (Bild: Shutterstock.com)

Bald gründeten bulgarische, rumänische, russische, georgische und serbische Mönche weitere Klöster auf dem Berg Athos. Heute umfasst die Klosteranlage in der orthodoxen Mönchsrepublik auf der Halbinsel Chalkidiki 20 Großklöster, davon sind 17 griechisch, eines serbisch, eines bulgarisch und eines russisch. Die Klosteranlage, in der über 2.000 Mönche leben, wurde ebenfalls 1988 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen.

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Kloster statt Apollon-Tempel

Seit 1990 zählen das Kloster Daphni bei Athen gemeinsam mit den Klöstern Hosios Lukas in der Nähe von Delphi und Nea Moni auf der Insel Chios zum UNESCO-Welterbe. Die drei Klöster zählen zu den wichtigsten Sakralbauten aus dem 11. Jahrhundert in Griechenland.

In der Antike stand an der Stelle des Klosters Daphni vermutlich ein antikes Heiligtum des Gottes Apollon. Im 5. Jahrhundert wurde an diesem Ort eine frühchristliche Kirche erbaut, die um 1080 durch die heutige Anlage ersetzt wurde.

kloster-daphni-wikipedia-1000Kloster Daphni bei Athen (Bild: Ktiv - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link)

In der Kirche hat sich einer der bedeutendsten byzantinischen Mosaikzyklen des 11. Jahrhunderts erhalten. Zwischen 1206 und 1458 war Daphni ein Zisterzienserkloster.

Ab dem Beginn der türkischen Besetzung Athens 1458 war das Kloster wieder von orthodoxen Mönchen bewohnt, welche bis 1821 große Beiträge zum nationalen Befreiungskampf leisteten. Das Kloster Daphni verfiel jedoch und wurde 1821 noch unter osmanischer Verwaltung aufgelöst.

Die Prophezeiung des Lukas von Steiris

Das Kloster Hosios Lukas liegt etwa 20 Kilometer von Delphi entfernt in der Region Mittelgriechenland. Die Wurzeln des Klosters gehen auf den Eremit Lukas von Steiris zurück, der an dieser Stelle im 10. Jahrhundert eine Einsiedelei gründete. Seinen Ausbau verdankte das Kloster den angeblich prophetischen Fähigkeiten seines Gründers.

hosios-lukas-wikipedia-1000Teil der Klosteranlage von Hosios Lukas (Bild: Synesis17 - own photography, Gemeinfrei, Link)

Lukas soll bereits im Jahr 941 die Befreiung Kretas aus der nordafrikanischen Herrschaft vorhergesagt haben. Als das Ereignis 20 Jahre nach dem Tod von Lukas tatsächlich eintrat, zog das Kloster Scharen von Pilgern an. Der Baukern des Klosters ist bis heute erhalten geblieben.

Nea Moni im Zeichen der Marienverehrung

Nea Moni (“Neues Kloster”) ist vor allem wegen seiner Mosaiken berühmt. Das Kloster befndet sich in einem dicht mit Zypressen bewaldeten Tal 15 km westlich von Chios-Stadt.

Der Legende nach stand an der Stelle des Klosters früher eine kleine Kirche. Diese war von drei Mönchen errichtet worden, die an diesem Platz eine Ikone der Heiligen Jungfrau Maria an einem Myrrhestrauch gefunden hatten.

nea-moni-wikipedia-1000Innerhalb der Klosteranlage von Nea Moni (Bild: Von Dennis Matheson from Atlanta, GA, USA - Nea Moni Monestary, CC BY-SA 2.0, Link)

Das Kloster wurde 1042 durch den byzantinischen Kaiser Konstantin IX. Monomachos und seine Frau Kaiserin Zoe gestiftet. Konstantin hatte im Exil auf Lesbos gelobt, er würde ein Kloster an der Fundstelle der Ikone bauen, wenn er Kaiser werden würde. Konstantin IX. gelang dies durch seine Vermählung mit der Kaiserin Zoe.

Jahrhundertelang war das Kloster das bedeutendste religiöse Zentrum der Insel Chios. Es erreichte den Höhepunkt seiner Macht nach dem Fall des Byzantinischen Reiches. Das Kloster Nea Moni, das heute von Nonnen bewohnt wird, ist Mariä Himmelfahrt geweiht.

Titelbild: Blick auf die Klostanlage von Metéora (Bild: Shutterstock.com)

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